7k: Immer, wenn man denkt, heut geht nichts mehr …

… kommt von irgendwo dann doch das Tempo her. Haha.

Das Phänomen kenne ich aus dem Krafttraining. An manchen Tagen ist man so lustlos, müde, was weiß ich, dass man denkt, man könne das Training eigentlich gleich sein lassen, da es sowieso nur sehr unbefriedigend verlaufen wird. Dann rappelt man sich zusammen (Gebt dem Schweinehund keine Chance!) – und am Ende hat man ein phä-no-me-na-les! Training hingelegt.
Heute durfte ich feststellen, dass es das auch im Laufsport gibt. Schön!

Als ich mich zum Startpunkt aufmachte, den langen Lauf von gestern noch in den Beinen, legte ich mir schon eine „Strategie“ zurecht. Diese bestand darin, heute auch mal Fünfe – also 7:20 – grade sein zulassen. Eigentlich folgt auf den Langen ja ein Ruhetag, sagt zumindest mein Plan. Da ich den neuen Plan aber heute! beginnen wollte, gab es kein Entrinnen (dafür findet der Lange ab jetzt immer samstags statt, Sonntag dann wirklich Ruhe). Die erste Überraschung gab es schon, da hatte ich kaum das Haus verlassen: Meine Uhr hatte sofort ein Satellitensignal! Schritt auf die Straße – Signal da. Wow. Gut, dachte ich, wenigstens eine Sache weniger, die mich nerven kann. Kaum da, lief ich los. Wohlfühltempo, dachte ich mir, schau noch nicht auf die Uhr. Also trippelte ich los. Hach ja, eigentlich ganz angenehm, trippeltrippel. Blick auf die Uhr. 7:03! Wow! Einfach weiter, immer so, dass es sich gut anfühlt. 6:54! Doppelwow! Nach km2 packte es mich dann. Wenn ich schon so weit in dem Tempo gekommen bin, ohne es erzwingen zu müssen, dann kann ich auch den Rest noch so durchlaufen! Ging sehr gut. Bei km4 hat die Uhr dann Phantasiewerte ausgespuckt, hüpfte plötzlich hoch und runter, wieder hoch – auf 8:30!!! Ich dachte, ich spinne, hab geflucht, bin aber einfach weitergeschnurbelt. Irgendwann schaute ich wieder drauf: irgendwas um die 7:00. Gut. Scheiß Technik. Einfach weiter, immer weiter. In dem kurzen Waldstück, das auf meinem Weg liegt, kam ich bisschen ins Träumen – und fand mich bei stabilen 7:20 wieder. Hui, jetzt aber bisschen Gas geben! Die folgenden 6:54 hab ich dann ’nen guten Kilometer gehalten, ging wie von allein. Die letzten 500m dann etwas langsamer.

Et voilà: 7k mit 7:03! Wer hätte das gedacht? Als ich auf die lange Industriestraße einbog, meine Zielgerade, musste ich ein wenig grinsen. Über mich.

Ach ja, da ich heute nicht wirklich viel getrunken hatte, nahm ich mir ein kleines Fläschchen aus meinem Trinkgürtel mit. Erst im Rucksack, bis ich etwas Feuchtes am Rücken spürte, und es fluchend rausgenommen und ’nen Kilometer oder so in der Hand transportiert habe. Die Dinger sind undicht, na klasse. Der Versuch, die Flasche in die Schlüsseltasche zu stopfen, misslang. Etwas zu groß, bzw. die Tasche etwas zu klein. Also hab ich sie entnervt in den Bund meiner Tights gesteckt. Welch‘ großartige Idee! Dass ich darauf nicht früher gekommen bin. Ist wirklich praktisch, hält wie Bombe.

LaLas, ihr könnt kommen!

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