Die ersten drei Wochen

Um es vorweg zu nehmen: Die ersten drei Wochen waren toll.

Als ich das erste Mal wieder versuchte zu laufen – einfach so, völlig übermotiviert, realitätsfremd – musste ich abbrechen. Das war so ziemlich das Frustrierendste, was mir jemals in meiner sportlichen Laufbahn passiert ist. Schrecklich.

Dann habe ich nachgedacht. Alleine, ohne Hilfe, würde ich es nicht schaffen. Und was macht man, wenn man Hilfe braucht, aber niemand ist, der Andere einfach um Hilfe bittet? Richtig: Man lädt sich eine App runter.

Am 22. Juli 2013 war es dann so weit: Das Projekt „Mainzer Laufwunder“ wurde offiziell von mir gestartet!

Ich habe mich am Anfang schon sehr geschämt. Vor mir und vor den Menschen, die sehen konnten, wie ich mühsam begann: eine Minute gehen, eine Minute laufen. Den einzigen Wettkampf, den ich jemals bestritten habe (und es war noch nicht mal ein richtiger Wettkampf, sondern ein Benefizrennen), ging über 5km. Ich brauchte damals 24:20min.

24:20!!!

Und – ich bin damals einfach losgerannt. Da will ich wieder hin, und daran denke ich während meines Neubeginns jetzt, bei jedem Lauf.

Nun sind also drei Wochen vergangen. Nach meinem ersten Lauf nach Plan kam ich nach Hause und war überglücklich. Auch wenn ich immer nur eine Minute gelaufen bin, habe ich nämlich doch schon gemerkt, wie mein Körper richtiggehend aufgeatmet hat. Er wollte mehr. Die Laufumfänge wurden systematisch gesteigert, und nun laufe ich drei Minuten am Stück.

Lachhaft, ich weiß. Aber ich bin so glücklich.

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